Entdeckungsreise Namibia!

1. Tag

Heute mache ich mich auf in eine für mich unbekannte Welt – meine Entdeckungsreise startet mit Air Namibia von Frankfurt nach Windhoek.

2. Tag (350 km)

Nach 10h Flug, über Nacht, bin ich gut gelandet. Es ist noch dunkel und doch unerwartet kalt. Ich wusste, dass ich in den afrikanischen Winter fliege, aber das es so kalt ist, habe ich nicht erwartet. 3 Jacken, ein Schal und dicke Socken helfen kurzzeitig. Ein paar Handschuhe und eine Mütze wären hilfreich.

Heute startet nun die Rundreise, und über Rehobot und Mariental geht es direkt an den Rand der Kalahari. Diese Wüste, Heimat der San („Buschleute“) und bekannt aus zahlreichen Naturdokumentationen, bildet einen Grossteil des östlichen Namibia. Die Fahrt ist beeindruckend, so habe ich mir Namibia vorgestellt. Menschenleere Straßen ( Pisten), weit und breit „Nichts“, eine einzigartige raue Schönheit. Nur wir, der Bus und ein paar Antilopen. Typisch Afrikaunerfahrene, es schreit der ganze Bus, als wir die ersten Antilopen sehen. Alle sind ganz aufgeregt und Roger muss uns erst einmal in die Schranken weisen, wenn wir weiterhin so laut sind, werden wir keine weiteren Tiere sehen. Unterkunft in der „Bitterwasser Lodge“.
Hier erleben wir den ersten afrikanischen Sonnenuntergang, ein Traum.

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bei der Bitterwasser Lodge

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Vorsicht Elefanten!

3. Tag (400 km)

6.00 Uhr aufstehen, Koffer packen und los geht’s. Die erste Nacht in der Lodge war ganz gut, außer eine kleine Mücke, sie hat ein Schlafen zwischendurch unmöglich gemacht. Wildes umherschlagen, nützt nichts. Aber es gibt Mückenspray, aber ich glaube die Mücken sind dagegen immun.
Heute geht es durch den Namib Naukluftpark direkt ins Herz der zweiten grösste Wüste des Landes, der Namib. Das plateauähnliche Hochland der Naukluftberge ist ein Teil der grossen Randstufe, welche die Westgrenze der Hochebene im Landesinneren bildet. Während der Fahrt hatten wir eine Reifenpanne und Roger hat unerwartet schnell einen Werkstatttermin besorgt. Während der Reparatur durften wir uns eine Schule anschauen, Roger´s Tante arbeitet dort. Beeindruckend, interessant, sehenswert und viele laute Kinder, die hin und weg waren, als sie uns sahen. Wir haben uns die Klassenräume angeschaut sowie das gesamte Gelände. Unvorstellbar für uns war, dass die Kinder noch nie eine Kamera gesehen haben, mit der man Bilder macht, die man sich sofort anschauen kann. Jeder wollte fotografiert werden und sich selbst anschauen. „Kommen wir jetzt in die Zeitung?“ Spannend, was für uns Normalität ist, ist für die Afrikaner eine grosse Sensation.

Nach einem Picknick und vielen Kilometern durch die unendliche Weite des Landes, kommen wir in unserer Unterkunft an, die „Hammerstein Lodge“.

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Schulkinder

 

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Klassenzimmer

4. Tag (450 km)

04.30 Uhr wecken, ich versuche einen Menschen aus mir zu machen, was bei den wenigen Stunden Schlaf fast unmöglich ist. 05.30 Uhr Abfahrt in dass Sossusvlei. Es ist dunkel, furchtbar kalt, im Bus ist es noch kälter, es gibt keine Heizungen aber wir freuen uns auf den Tag.

Das Sossusvlei ist eine grosse, abflusslose Lehmbodensenke. Hier versickert der Tsauchab, ein sog. Trockenfluss, lange bevor er den Antlantik erreichen kann. Die umgebenden Dünen gelten mit über 300 Metern Höhe als die höchsten Dünen der Welt. Wir erleben ein unvergessliches Farbenspiel, als sich die Gelbschattierungen des Sossusvlei von den roten und weissen Dünen abheben. Ein frühes Aufstehen lohnt sich. Es ist nicht in Worte zu fassen, man muss es einfach sehen. Anschliessend fahren wir wir zum Sesriem Canyon. Hier hat der Tsauchab eine schmale, aber bis zu 30 Meter tiefe Schlucht in das Gestein gegraben.

Weiter geht es durch die Steinwüste der Vornamib bis an die Küste nach Swakopmund. Die Fahrt dauert eine gefühlte Ewigkeit, um 18.00 Uhr sind wir „endlich“ im Hotel. Die langen, einsamen Pisten sind sehr schön, um wach zu bleiben, eintönig. Unser Reiseleiter und gleichzeitig Fahrer Roger tut uns leid. Wir löchern in mit Fragen und halten ihn mit lauter Musik wach. Uns selbst fällt es auch schwer die Augen offen zu halten.

Übernachtung im Hansa Hotel

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Swakopmund

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Schotterpisten

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Sossusvlei

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5. Tag (450 km)

06.00 Uhr wecken, Abfahrt nach Walvisbay. Es ist herrliches Wetter und wir stechen in See. Entlang der Lagune, an den Austernbänken vorbei,geht es zu den für ihren Reichtum an Robben, Delphinen und Seeschildkröten bekannten Gewässern vor der Küste. Pelikane fliegen an uns vorbei und tatsächlich Robben und Delphine schwimmen mit uns. Wir sehen Flamingos und sind fasziniert. Mit hoher Geschwindigkeit „fliegen“ wir über das Wasser und geniessen die Meerluft. Zum Abschluss gibt es auf dem Boot leckere Muscheln (aber nicht für mich) zum Glück andere leckere Kleinigkeiten und wir stellen fest, dass es einen schöneren Platz nicht geben kann. Danach geht es weiter, vorbei an der Spitzkoppe zu unserer Lodge am Rande des Erongogebirges. Die Ai Aiba Lodge erwartet uns. Wahnsinn, was für ein Ausblick, was für eine traumhafte Anlage. Wir fahren mit den Jeeps durch die riesige Anlage, sehen einige Tiere und den schönsten Sonnenuntergang. In meinem Leben habe ich noch nie so viele Sterne gesehen und das Kreuz des Südens.

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Robben

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Mini-Delfin

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Pelikan

6. Tag (ca. 350km)
06.00 Uhr wecken. Heute fahren wir in Richtung Etosha Nationalpark. Der Weg führt uns durch das ehemalige Weidegebiet der Herero. Wir fahren durch die Ortschaften Otjiwarongo und Outjo. In Otjiwarongo eröffnete 1891 mit Einwilligung des Hererohäuptlings Kambazembi eine Rheinische Missions-Station. Der  Einweihungstag des Bahnhofs im April 1906 gilt heute noch als offizieller Gründungstag des Ortes. Weiter geht es durch Outjo. Kurz vor den Toren des Etosha Nationalparks übernachten wir in der Etosha Safari Lodge.

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Gruppenfoto

7. Tag (ca.200km)
04.00Uhr wecken, 05.00 Uhr Abfahrt. Big Five wir kommen. Nach dem sehr zeitigen Frühstück fahren wir auf direktem Weg in den berühmten Etosha-Nationalpark. Im Norden Namibias gelegen, zählt er zu den schönsten Naturschutzgebieten Afrikas, wenn nicht gar der ganzen Welt. Die heutige Grösse des Etosha Nationalparks beträgt 22.270 qm. Herden von Springböcken, Impalas, Zebras bevölkern den Park. Dazu kommen eine beachtliche Anzahl von Elefanten, Giraffen, Spitzmaulnashörnern, Löwen, Leoparden und Geparden sowie eine weit gefächerte Artenvielfalten an Vögeln und Reptilien. Wir sehen fast alle Arten, ausser Nashörner. Die Kamera ist nur noch vor den Augen und wir sind begeistert. Diese Tiere kennen wir nur aus dem Zoo und plötzlich stehen sie vor uns. Grandios. Wir fahren in offenen Jeeps durch die Wüste, wir, unsere gesamte Ausrüstung, jedes einzelne Körperteil ist mit Sand bedeckt. Ein kostenfreies Peeling. Am späten Nachmittag, mit einer Vielzahl neuer Eindrücke im Gepäck, erreichen wir die Ostgrenze und fahren direkt zu der nächsten Lodge, die Kempinski Mokuti Lodge. Hier springen die Gnus durch die Anlage und wenn man aus seinem Zimmer kommt, stehen sie einfach so da und fressen Gras. Ich kann es immer noch nicht fassen. Möchte mich mal jemand zum hundertsten Mal kneifen.

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Zebras

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Elefanten

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Giraffen

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Giraffe am Wasserloch

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Löwe im Schatten

8. Tag ( ca. 550km)
06.00 Uhr wecken. Heute geht es zurück in Richtung Windhoek. Unterwegs besichtigen wir den Kraterähnlichen Otjikotosee. Der fast kreisrunde und bis zu 90 m tiefe Otjikoto ist neben dem Guinas See der einzige natürliche See Namibias. Im Jahr 1915 hat hier die kaiserliche Schutztruppe einen grossen Teil ihrer Waffen und Munition versenkt. Einiges wurde später geborgen und ist heute im Stadtmuseum von Tsumeb aufbewahrt. Die Fahrt geht weiter über Otjiwarongo bis nach Okahandja. Dort besuchen wir den Holzschnitzermarkt. Hier kaufen wir zu guten Preisen (schliesslich leben die Einheimischen von diesem Geld!!) sehr schöne Holzfiguren. Am Abend erreichen wir die Okapuka Ranch. Wir fahren wieder mit Jeeps durchs Gelände und schauen uns die Löwen an, die auf dem Gebiet leben. Dann gehts wieder zurück. Auf dem Weg ins Zimmer sehe ich so viele Warzenschweine, schön. Ich setze mich vor meine Lodge, und lausche den Geräuschen. Ich habe noch nie so viele unterschiedliche Tiere gehört, nur gehört. Der Himmel ist rot und ich bin sehr gerührt. Es ist traumhaft schön.

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Sonnenuntergang

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Löwe beim Futtern

9. Tag (Rückflugtag)
08.00 Uhr wecken, 09.00 Uhr Rundfahrt durch die Anlage. Wir sehen nochmal viele Giraffen, Warzenschweine, Nashörner, Gnus, Impalas und Krokodile. Das ist doch ein erlebnissreicher Abschluss. Danach geht es weiter nach Windhoek. Während der Stadtrundfahrt lernen wir die junge Hauptstadt kennen. Auf dem Programm stehen unter anderem die Christuskirche, die alte Festung sowie die Gartenanlage des berühmten Tintenpalastes. Wir fahren durch den Stadtteil Katutura wo die meisten Einheimischen wohnen. Für uns ist es erschreckend wie die Menschen wohnen, aber sie fühlen sich wohl. Jedenfalls hinterlassen sie bei uns diesen Eindruck. Wir haben die multikulturelle Seite Namibias vor den Augen. Wir laufen durch den modernen Teil Windhoeks, trinken gemütlich einen Kaffee, beobachten die Menschen.
Jetzt ist es soweit, der Abschied naht, der Transfer zum Flughafen startet. Wir bedanken uns bei Roger, Gebeco und Air Namibia. Roger sagt auch noch ein paar Worte, er bedankt sich. Es ist sehr herzergreiffend, es kullern die Tränen und eines ist klar, ich komme wieder.

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Nashörner

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Offroad Jeep – Nashorn

10. Tag
Am frühen Morgen landen wir in Frankfurt. Deutschland, grimmige Gesichter, schimpfende  Leute, Menschen die auf ihr Recht pochen, die Realität hat mich wieder.

Ihre Sandra Lichtenstein

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